2016

Nach einem relativ warmen Winter brachten es März und April auf eher durchschnittliche Temperaturen. Weh tat der Morgen des 25. April, der mit -2,5°C dafür sorgte, dass in einem großen Teil der Monzinger Weinbergsflächen die Rebknospen erfroren. Glücklicherweise trieben danach zügig die „Beiaugen“ aus, so dass auch deren Trauben noch die nötige Reife erreichen konnten. Die Menge war allerdings stark reduziert.
Der Juni brachte ergiebige Niederschläge, die den Pflanzenschutz zu einer Herausforderung werden ließen. Wir haben sie gemeistert - diese kritische Phase haben unsere Weinberge größtenteils ohne nennenswerte Schäden überstanden.
Die folgenden warmen und trockenen Monate Juli bis September sorgten für einen nahezu idealen Gesundheitszustand der Reben. Die Trauben blieben bis Ende Oktober sehr gesund und ermöglichten uns so eine späte Lese bei kühlen Temperaturen. Aufgrund des trockenen Spätsommers blieben die Mostgewichte etwas niedriger als üblich und dennoch waren die Trauben sehr reif und aromatisch. Die 2016er Weine spiegeln das wider. Leichtigkeit trifft Aromenreichtum. Vor allem unsere Ortsweine (Frühtau, Halgans, Kabinett) zeigen das eindrucksvoll, mit unglaublicher Eleganz und Präzision.

Die besten des Jahrgangs:

HALENBERG Riesling GG
(J. Suckling: 98 Punkte | Weinwisser: 19/20)

AUF DER LEY Riesling GG
(Wein-Plus: 95 Punkte | VINUM: 94 Punkte)

HALENBERG Riesling Spätlese
(James Suckling: 98 Punkte)

2015

Mit reichlich Niederschlag kamen wir aus dem insgesamt milden Winter. Nach einer kühlen Phase Ende Mai blühten die Reben Mitte Juni zu durchschnittlicher Jahreszeit. Im Juli herrschten extrem hohe Temperaturen bis zu 39°C, in Verbindung mit sehr geringen Niederschlagsmengen. Die Hitze ließ die Reben des öfteren „Siesta“ machen, denn deren Wohlfühltemperatur liegt, ähnlich wie bei uns Menschen, deutlich niedriger. Somit lag der Reifebeginn nur knapp vor dem Mittel der letzten 10 Jahre.
Die älteren Rebanlagen, mit ihren tiefen Wurzeln, steckten die bis Ende August herrschende Trockenheit erstaunlich gut weg. Am 1. September kam ein schöner Landregen, der auch die Not der jungen Reben entschärfte. Die Temperaturen gingen deutlich zurück und vor allem die Nächte wurden recht kühl. Die Trauben reiften sehr gleichmäßig.
Mitte September kam vereinzelt Botrytis auf, so dass am 28. die Vorlese der gefährdeten Trauben begann. Bei Sonnenschein und klarer Luft sprangen die Mostgewichte schnell in die Höhe. Mitte Oktober wurden die Tage deutlich kühler. Die Mostgewichte stiegen fortan langsamer und die Trauben-Aromen entwickelten sich perfekt. Ohne Stress konnten wir bis Ende Oktober alle unsere Selektionsziele umsetzen - bis hin zur Trockenbeerenauslese.
Die 2015er profitieren von der Grundreife im heißen August. Der wesentliche Teil der aromatischen Reifung erfolgte im kühleren September und Oktober. Diese langsame Endreife bei kühleren Temperaturen ist dafür verantwortlich, dass letztlich die Jahrgangsstilistik eine sehr feine ist, die rein gar nichts mit einem Heiß-Jahrgang zu tun hat. Die Weine haben eine sehr reife Aromatik und gleichzeitig eine sehr feine Säure als Rückgrat.

Die besten des Jahrgangs:

AUF DER LEY Riesling GG
(Weinwisser: 19/20 Punkte, Robert Parker: Bester trockener deutscher Weißwein, 97+)

HALENBERG Riesling GG
(Wein.Pur: 96 Punkte)

HALENBERG Riesling Trockenbeerenauslese
(James Suckling: 99 Punkte | Robert Parker: 96 Punkte)

2014

Ein milder Winter und der sonnenreiche Frühling sorgten für einen frühen Austrieb und eine ebenso frühe Rebblüte, die bei hohen Temperaturen auch sehr zügig verlief. Das warme, trockene Wetter hielt bis Anfang Juli an. Die Reben hatten zu diesem Zeitpunkt einen Entwicklungs-Vorsprung von rund drei Wochen! Dann kam der sehnsüchtig erwartete Regen.
Der August war recht kühl, so dass der Entwicklungsvorsprung auf etwa acht Tage schrumpfte. Das war uns sehr willkommen, da somit der Lesetermin voraussichtlich in die kühlere Zeit fallen sollte.
Die Reben standen bis zum 20. September prächtig. Es folgte jedoch ein warmer Regentag, in dessen Folge die Stabilität der Trauben sehr litt. Die Vorlese musste schnell beginnen. Bei der obligatorischen Handlese wurden ungeeignete Trauben akribisch aussortiert. Ununterbrochen war Werner Schönleber mit im Weinberg, um die Erntehelfer anzuleiten, zu motivieren und zu kontrollieren. Nur einwandfreie Trauben fanden den Weg in die Kelter.
Auch wenn die ganz hohen Erwartungen, die wir noch im September hatten, einen Dämpfer erfuhren, sind wir doch mit dem Ergebnis absolut zufrieden. Die Weine sind durch die Bank fein, mineralisch, reif und harmonisch.

Die besten des Jahrgangs:

AUF DER LEY Riesling „Großes Gewächs"
(Wein-Plus: 96 Punkte)

HALENBERG Riesling „Großes Gewächs"
(Wein.Pur: 95 Punkte)

HALENBERG Riesling Auslese
(The Fine Wine Review: 96+ Punkte)

2013

Der regnerische Mai und der kühle Juni sorgten für eine sehr späte und ungleichmäßige Blüte, die sich bis Anfang Juli hinzog. Ein sehr sonniger Hoch­sommer ließ den fast zweiwöchigen Vegetationsrückstand dann aber glücklicherweise wieder auf die Hälfte schrumpfen.
Mitte Oktober sorgte feucht warme Witterung dafür, dass die bis dahin sehr gesunden Riesling-Trauben teilweise aufplatzten. Die Lese begann zügig, so dass die Trauben für unsere trockenen Weine größtenteils vor Botrytis bewahrt werden konnten. Für die Erzeugung großartiger edelsüßer Auslesen warteten wir hingegen etwas ab und nutzten den konzen­trierenden Effekt der Edelfäule gerne aus.
Der Ertrag des Jahrgangs war sehr klein - der kleinste seit 1997. Die Qualität der Weine und deren Feinheit, die uns gerne an die Jahrgänge 2004 oder 2008 denken lässt, macht uns dennoch hoch zufrieden.

Die besten des Jahrgangs:

"Auf der Lay" Riesling (A.de.L)
(Robert Parker: 96 Punkte)

HALENBERG Riesling „Großes Gewächs"
(Jancis Robinson: 18,5/20 Punkte)

FRÜHLINGSPLÄTZCHEN Riesling Auslese -Goldkapsel-
(Robert Parker: 96 Punkte)

2012

Nach einem recht warmen Frühjahr brachte der kühle und regnerische Juni etwas Verzögerung bei der Blüte. Die Trauben verrieselten zum Teil recht stark. Zudem gab es teilweise Probleme mit Peronospora, dem so genannten "falschen Mehltau". Beides ging zulasten des Ertrages. Glücklicherweise drangen die Niederschläge tief in den Boden ein, so dass die Reben teilweise noch bis September davon profitierten. Das war sehr wichtig, denn der Sommer war an der Nahe einer der sonnigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - bei moderaten Temperaturen und wenig Regen.
Durch die Trockenheit blieben die Trauben bis Mitte Oktober absolut gesund. Beste Voraussetzungen für die Erzeugung großer trockener Weine und fruchtsüßer Spätlesen. Edelsüße Botrytis-Weine blieben rar, dafür gelang uns Mitte Dezember aber die Lese eines brillanten Eisweines.
Ein sehr feiner, eleganter Jahrgang - ähnlich harmonisch und zugänglich wie der 2011er, zeigt er aber auch eine sehr ausgeprägte Mineralik, die der des 2008ers gleicht.

Die besten des Jahrgangs:

"Auf der Lay" Riesling (A.de.L)
(Wein-Plus: 93 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs"
(Falstaff: 95 Punkte)

Halenberg Riesling Eiswein
(Gault Millau: 94 Punkte)

2011

Nach einem erneut sehr frühen Austrieb brachte der 4. Mai teilweise am Hangfuß beträchtliche Frostschäden, die uns am Ende des Jahres gut 10% unseres Gesamt-Ertrages gekostet haben. Warmes, sehr trockenes Blütewetter sorgte dafür, dass auch in diesem Jahr die Traubenstruktur recht locker blieb, was uns sehr gefreut hat. Das warme Wetter blieb uns bis Mitte Juli treu, so dass die Reben bis dahin einen Entwicklungsvorsprung von drei Wochen gegenüber dem Durchschnitt hatten. Die folgende kühle Periode verlangsamte die Entwicklung etwas - glücklicherweise. Die teils heftigen Niederschläge ab Mitte August und Anfang September ließen die Trauben ohnehin recht schnell wachsen. Zudem wurden sie dadurch dünnhäutig und anfällig für Botrytis.
Aufgrund des extrem frühen Reifebeginns fiel der Startschuss für die Weinlese bereits Ende September. Das von dann an trockene, sonnige Wetter sorgte dafür, dass vorhandene Botrytis schnell eintrocknete und so die Erzeugung wunderbarer Süßweine, bis hin zur Trockenbeerenauslese ermöglicht wurde. Insbesondere für die großen trockenen Weine beschenkte uns die Natur zudem großzügig mit perfekt ausgereiften goldgelben Trauben.
2011 ist ein recht opulenter, kraftvoller und zugleich harmoniebetonter Weinjahrgang.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Beerenauslese
(Robert Parker: 95 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs"
(Gault Millau: 95 Punkte)

Frühlingsplätzchen Riesling Spätlese "Rutsch"
(Wein-Plus: 93 Punkte)

2010

Hauptsächlich das feucht-kühle Wetter während der Blüte im Juni ist dafür verantwortlich, dass die Erträge 2010 gering blieben. Auf der anderen Seite führte es dazu, dass die Traubenstruktur sehr locker wurde - eine wichtige Voraussetzung im regnerischen Spätsommer. Die Trauben blieben dadurch recht lange gesund. Die Beeren blieben klein und aromatisch. Daran konnte auch der Regen nichts ändern. Gut für die Qualität! Erst Ende September, als die Traubenreife schon weit voran geschritten war, brachte die Kombination von warmen Temperaturen und häufigen Nässe-Perioden recht schnell Botrytis-Ansätze, da die Beeren zum Teil aufplatzten. In der Vorlese wurden die faulen Trauben daher komplett entfernt. Die verbliebenen Trauben blieben danach noch lange gesund, denn während der Lese herrschte traumhaftes, trockenes Wetter. Der Saft in den Beeren konzentrierte sich schnell und wir konnten uns durchaus etwas Zeit lassen - erst Anfang November wurde die Lese beendet. Das führte zu ausgezeichneten Qualitäten aber auch zu sehr niedrigen Erträgen. Sie fielen rund 30% geringer als sonst üblich aus. Die 2010er zeigen eine prägnante Säure sowie eine ausgeprägte duftige Fruchtigkeit, die sich im Mund fortsetzt. Wohltuende nachhaltige Mineralität gibt den Weinen Spannung. Durch die natürliche Ertragsreduktion haben sie zudem hohe Extraktgehalte.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Eiswein -Goldkapsel-
(Gault Millau: 98 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs"
(Robert Parker: 95 Punkte)

Frühlingsplätzchen Riesling Auslese
(Robert Parker: 95 Punkte)

2009

Auch 2009 war durch den warmen April der Austrieb schon recht früh zu verzeichnen und die Reben entwickelten sich prächtig. Im Juni führte das feucht-kühle Blütewetter dann zu einem geringen Fruchtansatz und somit zu einer sehr lockerbeerigen Traubenstruktur. Trotz des warmen und zugleich feuchten Sommers war daher die Gefahr einer frühen Fäulnis gering, ertragsreduzierende Maßnahmen waren nur in geringem Umfang nötig. Die Hauptlese begann am 12. Oktober und bescherte uns großartiges, gesundes Traubenmaterial. Selbst die Basisqualitäten hatten eine sehr reife Frucht, und Dank der trockenen Witterung gelang uns auch wieder die Selektion einer Trockenbeerenauslese. Die Säurewerte lagen durchgängig, bis zum letzten Lesetag (26. Oktober) im optimalen Bereich. Alles in allem: ein Weinjahrgang nach Maß! Die Weine präsentieren sich sehr fruchtig, kraftvoll und balanciert, ähnlich den 2007ern, bieten dabei aber vielleicht noch ein Quäntchen mehr Finesse.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Trockenbeerenauslese
(Robert Parker u. Gault Millau: 98 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs"
(Eichelmann: 96 Punkte)

"Auf der Lay" Riesling
(Wein-Plus: 97+ Punkte)

2008

Die Vegetation profitierte 2008 enorm vom ungewöhnlich sonnigen Mai, so dass die Blüte Mitte des ebenfalls sehr angenehmen Junis bereits abgeschlossen war. Es folgte ein typisch deutscher und für die Reben perfekter Sommer: Durchgehend warm, mit wenigen Hitzetagen, hin und wieder ein schöner Landregen - absolute Wohlfühlbedingungen für die Reben, die sich sehr kontinuierlich entwickelten. Ungewöhnlich war der langsame Verlauf der Reife. Durch die recht kühlen Monate September und Oktober wurde vor allem die Riesling-typische Säure gut erhalten, was eine späte Lese zur Pflichtaufgabe machte. Tatsächlich ging es beim Riesling erst am 17. Oktober richtig los! Die Trauben hatten ein tolles Aroma und waren größtenteils sehr gesund. Selbst die Eiswein-Trauben, die bis zum 30. Dezember am Stock hingen, zeigten kaum Anzeichen von Botrytis (Edelfäule). Edelsüße Auslesen blieben somit rar. Die 2008er Weine sind sehr klar strukturiert. Sie zeigen eine ausgeprägte Mineralität, feine Frucht und wunderbare Eleganz. Dabei sind sie etwas moderater im Alkohol-Gehalt, was für noch mehr Trinkspaß sorgt. Die Parallelen zum Jahrgang 2002 sind nicht von der Hand zu weisen. Nach vergleichbarem Witterungsverlauf zeigten damals auch die jungen Weine ähnliche Charakteristika wie die des aktuellen Jahrgangs. Entwickelt haben sie sich bis heute großartig.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Eiswein -Goldkapsel-
(Gault Millau: 97 Punkte, bester edelsüßer Weißwein)

Frühlingsplätzchen Riesling Spätlese
(Robert Parker: 95 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs“
(Robert Parker: 94 Punkte)

2007

An das Wetter im April 2007 hätten sich sicher die meisten schnell gewöhnen können. Nie zuvor sind wir zu dieser Zeit so häufig barfuß und in kurzen Hosen durch den Garten gelaufen und konnten täglich im Weinberg die Sonne genießen! Auch der Austrieb der Reben ließ nicht lange auf sich warten und die ebenfalls sehr frühe Blüte brachte einen Entwicklungsvorsprung von gut drei Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel. So waren wir dann tatsächlich froh, dass der Sommer eben nicht so heiß ausfiel, wie in den Jahren zuvor. Dies hätte nämlich für uns Riesling-Lese im September bedeuten können. Stattdessen haben wir im September freudig beobachtet, wie der riesige Entwicklungsvorsprung stetig dahin schmolz. Dies bedeutet eine deutlich längere Vegetationsphase und genau dafür sind die nördlichen Anbaugebiete schließlich bekannt. Sie bewirkt nämlich, dass die Trauben sehr langsam reifen und in dieser Zeit jede Menge Aromen bilden können. Aromen, die man in Rieslingen der neuen Welt nie finden wird! Zudem bleibt die Riesling-typische Säure viel besser erhalten. Am 10. Oktober begann die Riesling-Lese. Sie bescherte uns sehr gesunde, goldgelbe Trauben. Wir konnten in Ruhe abwarten, bis alle den gewünschten Reifegrad erreicht hatten, und am Ende gelang uns am 21. Dezember sogar noch die Eiswein-Lese. Die eleganten 2007er Weine zeigen eine sehr feine Fruchtausprägung und packende Mineralität.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Beerenauslese
(Wine Spectator: 96 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs“
(Robert Parker: 95 Punkte)

Halenberg Riesling -R-
(Gault Millau: 92 Punkte, bester halbtrockener Riesling)

2006

Selten war der Sommer so heiß und trocken wie in 2006. Die Entwicklung im Weinberg ging rasant vonstatten und gerade als wir anfingen uns etwas Sorgen um die Reben zu machen, weil es uns dann doch etwas zu trocken wurde, kam der August. Der kälteste und feuchteste seit langem. Verrückt - aber dennoch großes Glück für uns! Wir brauchten uns keine Gedanken über Bewässerung zu machen, der Reifevorsprung der Reben konnte weiter verteidigt werden. Der September wurde dann bei uns wieder deutlich wärmer und trockener, bis er sich mit ein paar warmen Regentagen verabschiedete, die sich bis zum 3. Oktober hinzogen. Glücklicherweise hielt sich die Regenmenge in Monzingen noch in Grenzen. Jene Trauben, die aufgrund schlechter Fäulnis nicht mehr zur Weinbereitung zu gebrauchen waren, wurden von unseren bestens geschulten Lesehelfern sauber ausgelesen, die einwandfrei edelfaulen Trauben und Beeren finden sich heute in großartigen edelsüßen Weinen wieder. Die Zeit drängte, denn so zügig ging die Entwicklung zur Vollreife selten vonstatten. Zudem führte die rasch zunehmende Botrytis (Edelfäule) zu täglich steigenden Mostgewichten, mit noch größerer Geschwindigkeit aber auch zu erheblichen Mengeneinbußen. Unsere Lesemannschaft hat uns, motiviert vom traumhaften Wetter, nicht enttäuscht. Tapfer hielten alle bis zur Dämmerung durch und selbst am Wochenende wurde fleißig gelesen. Nach gut zwei Wochen war dann auch schon erledigt, wofür wir normalerweise vier Wochen benötigen. Die Lese war abgeschlossen - am 20. Oktober. Wenn wir heute die Qualität des Jahrgangs als exzellent bezeichnen, ist das ganz bestimmt keine Übertreibung. Die 2006er verbinden gewissermaßen die Fülle der 2005er mit der Feinheit und Rasse der 2004er - die Mineralität fand eine besonders schöne Ausprägung.

Die besten des Jahrgangs:

Frühlingsplätzchen Riesling Beerenauslese -Goldkapsel-
(Robert Parker: 98 Punkte)

Halenberg Riesling Beerenauslese
(Wine Spectator: 96 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs“
(Der Feinschmecker: Deutscher Rieslingpreis)

2005

Nach dem trockenen, aber ansonsten ganz normalen Sommers 2005 hatten wir Anfang August einen guten Entwicklungsstand der Reben. Ab Mitte August setzte dann eine beispiellose trocken-warme, sonnige Periode ein. Zu Zeiten als die Schweiz fast unterging, war es hier staubtrocken. Wir warteten sehnlichst auf Regen. Erst am 10.Sept. fielen dann 25 Liter pro Quadratmeter. Anschließend war es wieder trocken, bis Anfang Oktober nochmals etwa 25 Litern Regen niedergingen. Danach optimales Lesewetter. Die ausgeprägte Sommer-Trockenheit bewirkte folgendes: Die Zuckerproduktion in der Traube ging ab Mitte September nur noch relativ langsam voran. Gleichzeitig setzte durch sonnige Wärme und Trockenheit recht früh deutlich sichtbares Einschrumpeln/Konzentrieren eines Teils der Trauben ein, was ab Anfang Oktober dann auch in eine sehr schöne Edelfäule bei weiterhin trockenem Wetter überging. Die wirkliche Aromareife stellten wir beim Riesling ab Mitte Oktober fest und so haben wir ab diesem Zeitpunkt die Trauben auch zügig eingebracht. Der Reifeverlauf ist durchaus mit dem des Jahrgangs 1976 vergleichbar. Im Nachhinein betrachtet sind wir froh, dass die Zuckerbildung relativ langsam vorrangig, weil dadurch übertrieben alkoholische Weine verhindert wurden. Die natürliche Konzentration brachte ohnehin hohe und höchste Mostgewichte, aber eben vornehmlich durch Wasserverdunstung zu Lasten der Erntemenge. Die Säurewerte lagen im optimalen Bereich. Die 2005er vereinen auf aller feinste Art Kraft und Eleganz. Sehr harmonisch zeigt sich auch die Säure der Weine. Sie ist überall deutlich spürbar, aber nie aufdringlich. Also beste Voraussetzungen für einen wirklich großen Jahrgang. Im edelsüßen Bereich haben wir bisher kein besseres Jahr erlebt!

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Trockenbeerenauslese -Goldkapsel-
(Gault Millau: 99 Punkte)

Halenberg Riesling Trockenbeerenauslese
(Wine Spectator: 97 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs“
(Gault Millau: 92 Punkte)

2004

Ende August hatten wir einen ganz normalen Entwicklungsstand. Einen qualitativ „großen“ Jahrgang hielten wir zu diesem Zeitpunkt für kaum möglich. Drei Wochen anhaltender Sonnenschein aus dem blauen Himmel heraus trieb dann im September die Entwicklung aber enorm voran. Die erste Oktoberwoche brachte nochmals wunderschöne Spätsommertage mit Temperaturen bis 27°C! Und schon hatten wir wieder allerbeste Chancen, bei gesunden Trauben, die lediglich vereinzelt Ansätze von Edelfäule zeigten. Mit der Riesling-Lese haben wir bei herrlich trockenem Wetter am 20. Oktober zögerlich begonnen. Das Wetter war so verlockend schön, dass jeder Sonnenstrahl ausgenutzt werden sollte. Doch nichts hält ewig. Ende Oktober hatten wir dann einige feucht-warme, neblige Tage, so dass wir danach zügig die Lese zu Ende brachten. Die Mostgewichte lagen außergewöhnlich hoch (ab 86°Oe aufwärts), bei ganz normalen Säurewerten. Am Morgen des 21. Dezember haben wir eine kleine Menge hoch konzentrierten Eiswein gekeltert. Ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk! Die Reifeperiode war 2004 sehr lang, die Trauben ausgeprägt aromatisch. Die Erntemenge lag in unserem Weingut im langjährigen Mittel.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Eiswein
(Gault Millau: 96 Punkte)

Frühlingsplätzchen Riesling Auslese
(Wine Spectator: 95 Punkte)

Halenberg -Lay- Riesling „Großes Gewächs“
(Gault Millau: 93 Punkte)

2003

Erinnern wir uns an 2003, so denken wir gleich an den heißesten Sommer, den Deutschland bis dahin erlebt hat. Schon die Rebblüte setzte sehr früh ein. Es war die früheste seit 1993. Anfang Juli war die Entwicklung der Reben drei Wochen vor dem langjährigen Durchschnitt und Ende Juli fand man bei mediterranen Temperaturen bereits die ersten reifenden Trauben. Eine Sensation in unseren Breiten! Tag für Tag legte die Sonne aus azurblauem Himmel nach. Unglaublich, wie gut die Reben Hitze und enorme Trockenheit verkraftet haben. Lediglich in den extrem steilen, flachgründigen Hängen war die Wassernot unübersehbar. Um die Vitalität der Reben zu erhalten, halfen wir in einigen Parzellen über eilends beschaffte Tropfschläuche mit Wasser nach, bis Ende August schließlich der lange ersehnte Regen die Situation entschärfte. Anfang Oktober begann die Weinlese. Wunderschöne, goldgelbe, süße Trauben wurden bei besten Wetterbedingungen eingebracht. Da die Niederschläge Anfang September auch ein wenig Edelfäule auslösten, aus der durch das trockene Herbstwetter perfekte Rosinen wurden, war auch die Selektion von Beeren- und Trockenbeerenauslesen möglich. Die Mostgewichte stiegen 2003 noch höher als in 2001 und 2002, die Säurewerte lagen deutlich niedriger. Letztendlich fielen die Weine etwas kraftvoller als sonst üblich aus. Die Hitze des Jahrgangs ist tatsächlich schmeckbar. Wenngleich es sich hier um den wohl außergewöhnlichsten Jahrgang handelt, den wir je erlebt haben, gehen wir auch hier von einem guten Alterungspotential aus. Der zumindest ansatzweise vergleichbare Jahrgang 1937 beweist, dass dies möglich ist.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Trockenbeerenauslese
(Gault Millau: 96 Punkte)

Frühlingsplätzchen Riesling Auslese -Goldkapsel-
(Gault Millau: 92 Punkte)

Halenberg Riesling „Großes Gewächs“
(Gault Millau: 90 Punkte)

2002

Dass trotz wechselhafter Herbst-Witterung 2002 erneut ein hochklassiger Jahrgang gekeltert werden konnte, ist starkem Wind zu verdanken, der die Trauben nach Regen immer wieder schnell trocken blies. Es hieß also Nerven bewahren! Trockenwetter-Phasen wurden mit vereinten (Lese-)Kräften konsequent genutzt. Wäre es Ende Oktober zwei Wochen niederschlagsfrei geblieben, hätte 2002 völlig neue Maßstäbe gesetzt. Bei einem Trauben-Potential, das mindestens dem des Vorjahres entsprach, konnten wir aber wahrhaftig nicht meckern. Letztendlich konnten auch die daraus entstandenen Weine die Fachpresse überzeugen. Der Gault Millau zeichnete uns für den Jahrgang 2002 gar mit dem Titel "Kollektion des Jahres" aus! Gekrönt wurde dieser von einem grandiosen Eiswein aus dem Halenberg.

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Eiswein -Goldkapsel-
(Gault Millau: 100 Punkte, bester edelsüßer Weißwein)

Frühlingsplätzchen Riesling Spätlese -Rutsch-
(Gault Millau: 92 Punkte)

Halenberg Riesling Auslese trocken
(Gault Millau: 92 Punkte)

2001

Einen wunderschönen Sommer erlebten wir 2001. Juli und August herrschte sonniges Wetter vor. Es gab nur wenige Regentage, die aber den Bedarf der Rebe voll decken konnten. Im September fand die Pracht vorläufig ihr Ende - das feucht-kühle Wetter machte unsere optimistischen Erwartungen zu Nichte. Der goldene Oktober jedoch richtete es bei stabiler Hochdruck-Wetterlage wieder und verwöhnte Rebe und Mensch gleichermaßen. Er ermöglichte bei später Lese (Erst am 18. Oktober ging es los!) außergewöhnlich hohe Traubenreife und eine wunderbare Aromatik. Erst am 5. November wurde die Lese beendet - bei noch immer guten Säurewerten. Das lange Warten hatte sich gelohnt: Vor allem die US-Presse überschlug sich mit Lob. Der Wine Spectator vergab ganze sieben mal über 90 Punkte für unsere Rieslinge!

Die besten des Jahrgangs:

Halenberg Riesling Auslese
(Wine Spectator: 97 Punkte)

Halenberg Riesling Eiswein
(Wine Spectator: 96 Punkte)

Halenberg Riesling Auslese trocken
(Gault Millau: 92 Punkte)

2000

Einem fulminanten Start in den Sommer, bereits an Ostern (!), folgte eine explosionsartige Entwicklung in der Natur. Rekordverdächtig früh war die Rebblüte beendet. Perfekter Start für unsere Reben! Doch dann wurde der Sommer von launischem „April-Wetter“ geprägt. Der September war feucht und warm und führte teilweise zu früher Fäulnis, die sich aber in unseren schnell abtrocknenden Hängen doch noch in Grenzen hielt. Anfang Oktober hatten wir einen sehr guten Reifestand und hofften auf trockenes Herbstwetter, was leider nicht in dem Umfang eintraf, wie wir uns die wünschten. Vor allem die herbstlichen Nebel verhinderten, dass sich die hoch reifen Trauben durch Austrocknung konzentrieren konnten, weshalb der Versuch im Halenberg eine Beerenauslese zu selektieren nicht erfolgreich war. Die 2000er Weine zeigen, bedingt durch die lange Vegetationsperiode, feine Frucht und feinrassige, harmonische Säure. Aufmerksame selektive Handlese, die Aussonderung unbrauchbarer Trauben und schonende Traubenverarbeitung waren jedoch so wichtig wie selten zuvor. Das Ergebnis gibt dem Bemühen Recht. Ein fulminanter Eiswein krönt den Jahrgang.

Die besten des Jahrgangs:

Frühlingsplätzchen Riesling Eiswein
(Gault Millau: 98 Punkte, bester edelsüßer Weißwein)

Frühlingsplätzchen Riesling Eiswein
(Wine Spectator: 95 Punkte)

Halenberg Riesling Auslese -Goldkapsel-
(Gault Millau: 92 Punkte)

 

 

Die Besten probieren