Es
gibt zwar schon seit über 250 Jahren Weinbau in unserer Familie, die
eigentliche Entwicklung zum Weingut heutiger Prägung begann jedoch erst
Ende der 60er Jahre. Seit dem vergrößerten wir unsere Weinbergsfläche
von damals zwei auf nunmehr 17 Hektar, die heute zu 85% mit der Rebsorte
Riesling bestockt sind.
Im Auf und Ab der Weingeschichte genossen die hiesigen Steilhänge Anfang
des 19. Jahrhunderts schon einmal allerhöchstes Ansehen. Auch Johann
Wolfgang von Goethe hielt das allgegenwärtige Lob in seinen Notizen
fest: "Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden
Wein, den ,Monzinger' genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken,
aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er war zu schön
empfohlen, als dass wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns
an ihm zu prüfen."
Was damals galt,
gilt auch noch heute: Die hiesigen Rieslinge tanzen stets leichtfüßig
und verspielt über die Zunge und animieren mit ihrer rassigen Fruchtsäure
zum Weitertrinken. Diesen ureigenen Charakter wollen wir auch für die
Zukunft bewahren.
Angetrieben durch den Ehrgeiz die alte Wertschätzung wieder zu erreichen,
haben
wir in den letzten vierzig Jahren viel persönliches Engagement in die
Erhaltung und Rekultivierung der steilen Südhänge Monzingens investiert
und so die Rebfläche in den absolut besten Gemarkungsteilen nach und
nach vervielfacht. Auf den stark schieferhaltigen Gesteinsböden wachsen
filigrane, feinfruchtige Rieslinge mit beeindruckendem mineralischem
Rückgrat, die mittlerweile wieder zu Weltruf gelangt sind.
Bereits 1994 führte die wachsende Aufmerksamkeit für unsere Weine zur
Aufnahme in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter e.V. (VDP) und
mit der Lagenklassifikation des VDP Nahe von 1997 wurde die Wertschätzung
unserer beiden Monzinger Lagen Frühlingsplätzchen und Halenberg bestätigt.
Sie werden fortan als Erste Lagen geführt. Die wichtigsten Kriterien:
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Alle nicht
in dieser Klassifizierung aufgeführten Lagen werden nicht mehr
benannt. Die dort erzeugten Weine werden als Guts- oder Ortsweine
gekennzeichnet. |
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Lagen-Angabe nur für
Riesling, da der Weincharakter dieser Sorte wesentlich stärker
als bei allen anderen von den individuellen Eigenschaften des
Standortes geprägt wird. |
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Höhere Reife, deutlich
reduzierter Ertrag, ausschließlich Handlese. |
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Zusätzliche verbandsinterne
Blindverkostung. |
Unsere
Reben stehen auf Gesteinsböden der sogenannten Waderner Schichten.
Die Hauptbestandteile sind unterschiedliche Schieferarten, Quarzit
und Quarz. Im Halenberg dominiert blauer, im Frühlingsplätzchen roter
Schiefer.
Der weitaus größte Flächenanteil besteht aus steilen Süd- bis Südwesthängen,
die optimal von der warmen Mittagssonne beschienen werden. Diese steilen
Hänge zeichnen sich durch ganz spezielles Mikroklima aus. Aus dem
Tal über die Hänge aufsteigende Warmluft, bei gleichzeitigem Schutz
vor kalten Fallwinden während der Nacht,
lassen ganz bedeutende qualitative Unterschiede in den einzelnen Hangbereichen
auftreten.
Dort wo die Hänge schon nach den ersten Sonnenstrahlen wieder schneefrei
sind, wo die Greifvögel scheinbar schwerelos gleitend am Himmel ihre
Kreise ziehen, dort ist die Thermik, der Aufstieg warmer Luft aus
dem Tal, am ausgeprägtesten. In diesen zur Austrocknung neigenden
Lagenteilen mit ihren leichten schiefrigen Böden bleiben die Trauben
in der Regel deutlich kleinbeeriger als sonst üblich und werden dafür
um so aromenreicher. Dass unter den geschilderten Umständen die Erntemenge
bescheiden bleibt, versteht sich von selbst.
Zu diesen Aussagen
passt übrigens auch das, was der Weinbaufachmann Johann Philipp Bronner
bereits im Jahre 1834 in seinem Buch "Der Weinbau in der Provinz Rheinhessen,
im Nahethal und Moselthal" veröffentlichte. Er schreibt u.a.: "Indessen
scheint gerade der magere Zustand des Monzinger Berges den Ruf des
dortigen Weines zu begründen, der deshalb auch so hoch im Preise stehet
und mit zu den besten Weinen an der Nahe gehöret."
Späte, selektive Lese, schonende Traubenverarbeitung, langsame Vergärung
und sorgsamer Weinausbau, mit dem Vorsatz möglichst wenig Einfluss
auf die eigene Entfaltung des Weines zu nehmen, gewähren die bestmögliche
Entwicklung und Bewahrung der Terroir-geprägten Frucht und Mineralik
unserer Weine.
Kurz: Bei uns macht der Weinberg den Wein. Im Keller hingegen nehmen
wir möglichst wenig Einfluss, um die individuelle Entfaltung
eines jeden Weines zu ermöglichen. Das Hauptziel unserer Arbeit
ist stets das Potential der Lage, der Rebsorte und der Jahreswitterung
möglichst optimal in die Flasche zu bringen.
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