2009
Auch 2009 war durch den warmen April der Austrieb schon recht früh
zu verzeichnen und die Reben entwickelten sich prächtig. Im Juni
führte das feucht-kühle Blütewetter dann zu einem geringen
Fruchtansatz und somit zu einer sehr lockerbeerigen Traubenstruktur.
Trotz des warmen und zugleich
feuchten Sommers war daher die Gefahr einer frühen Fäulnis
gering, ertragsreduzierende Maßnahmen waren nur in geringem Umfang
nötig.
Die Hauptlese begann am 12. Oktober und bescherte uns großartiges,
gesundes Traubenmaterial. Selbst die Basisqualitäten hatten eine
sehr reife Frucht, und Dank der trockenen Witterung gelang uns auch
wieder die Selektion einer Trockenbeerenauslese. Die Säurewerte
lagen durchgängig, bis zum letzten Lesetag (26. Oktober) im optimalen
Bereich. Alles in allem: ein Weinjahrgang nach Maß!
Die Weine präsentieren sich sehr fruchtig und balanciert, ähnlich
den 2007ern, bieten dabei aber vielleicht noch ein Quäntchen mehr
Finesse.
Die besten
Weine:
Halenberg Riesling Trockenbeerenauslese
Halenberg Riesling „Großes Gewächs"
"Auf der Lay" Riesling
2008
Die Vegetation profitierte 2008 enorm vom ungewöhnlich sonnigen
Mai, so dass die Blüte Mitte des ebenfalls sehr angenehmen Junis
bereits abgeschlossen war. Es folgte ein typisch deutscher und für
die Reben perfekter Sommer: Durchgehend warm, mit wenigen Hitzetagen,
hin und wieder ein schöner Landregen - absolute Wohlfühlbedingungen
für die Reben, die sich sehr kontinuierlich entwickelten.
Ungewöhnlich war der langsame Verlauf der Reife. Durch die recht
kühlen Monate September und Oktober wurde vor allem die Riesling-typische
Säure gut erhalten, was eine späte Lese zur Pflichtaufgabe
machte. Tatsächlich ging es beim Riesling erst am 17. Oktober richtig
los! Die Trauben hatten ein tolles Aroma und waren größtenteils
sehr gesund. Selbst die Eiswein-Trauben, die bis zum 30. Dezember am
Stock hingen, zeigten kaum Anzeichen von Botrytis (Edelfäule).
Edelsüße Auslesen blieben somit rar.
Die jungen 2008er Weine sind sehr klar strukturiert. Sie zeigen eine
ausgeprägte Mineralität, feine Frucht und wunderbare Eleganz.
Dabei sind sie wieder etwas moderater im Alkohol-Gehalt, was für
noch mehr Trinkspaß sorgt. Die Parallelen zum Jahrgang 2002 sind
nicht von der Hand zu weisen. Nach vergleichbarem Witterungsverlauf
zeigten damals auch die jungen Weine ähnliche Charakteristika wie
die des aktuellen Jahrgangs. Entwickelt haben sie sich bis heute großartig.
2007
An das Wetter im April 2007 hätten sich sicher die meisten schnell
gewöhnen können. Nie zuvor sind wir zu dieser Zeit so häufig
barfuß und in kurzen Hosen durch den Garten gelaufen und konnten
täglich im Weinberg die Sonne genießen! Auch der Austrieb
der Reben ließ nicht lange auf sich warten und die ebenfalls sehr
frühe Blüte brachte einen Entwicklungsvorsprung von gut drei
Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel. So waren wir dann
tatsächlich froh, dass der Sommer eben nicht so heiß ausfiel,
wie in den Jahren zuvor. Dies hätte nämlich für uns Riesling-Lese
im September bedeuten können.
Stattdessen haben wir im September freudig beobachtet, wie der riesige
Entwicklungsvorsprung stetig dahin schmolz. Dies bedeutet eine deutlich
längere Vegetationsphase und genau dafür sind die nördlichen
Anbaugebiete schließlich bekannt. Sie bewirkt nämlich, dass
die Trauben sehr langsam reifen und in dieser Zeit jede Menge Aromen
bilden können. Aromen, die man in Rieslingen der neuen Welt nie
finden wird! Zudem bleibt die Riesling-typische Säure viel besser
erhalten.
Am 10. Oktober begann die Riesling-Lese. Sie bescherte uns sehr gesunde,
goldgelbe Trauben. Wir konnten in Ruhe abwarten, bis alle den gewünschten
Reifegrad erreicht hatten, und am Ende gelang uns am 21. Dezember sogar
noch die Eiswein-Lese.
Die eleganten 2007er Weine zeigen eine sehr feine Fruchtausprägung
und packende Mineralität.
2006
Selten war der Sommer so heiß und trocken wie in 2006. Die Entwicklung
im Weinberg ging rasant vonstatten und gerade als wir anfingen uns etwas
Sorgen um die Reben zu machen, weil es uns dann doch etwas zu trocken
wurde, kam der August. Der kälteste und feuchteste seit langem.
Verrückt - aber dennoch großes Glück für uns! Wir
brauchten uns keine Gedanken über Bewässerung zu machen, der
Reifevorsprung der Reben konnte weiter verteidigt werden. Der September
wurde dann bei uns wieder deutlich wärmer und trockener, bis er
sich mit ein paar warmen Regentagen verabschiedete, die sich bis zum
3. Oktober hinzogen. Glücklicherweise hielt sich die Regenmenge
in Monzingen noch in Grenzen.
Jene Trauben, die aufgrund schlechter Fäulnis nicht mehr zur Weinbereitung
zu gebrauchen waren, wurden von unseren bestens geschulten Lesehelfern
sauber ausgelesen, die einwandfrei edelfaulen Trauben und Beeren finden
sich heute in großartigen edelsüßen Weinen wieder.
Die Zeit drängte, denn so zügig ging die Entwicklung zur Vollreife
selten vonstatten. Zudem führte die rasch zunehmende Botrytis (Edelfäule)
zu täglich steigenden Mostgewichten, mit noch größerer
Geschwindigkeit aber auch zu erheblichen Mengeneinbußen. Unsere
Lesemannschaft hat uns, motiviert vom traumhaften Wetter, nicht enttäuscht.
Tapfer hielten alle bis zur Dämmerung durch und selbst am Wochenende
wurde fleißig gelesen. Nach gut zwei Wochen war dann auch schon
erledigt, wofür wir normalerweise vier Wochen benötigen. Die
Lese war abgeschlossen - am 20. Oktober.
Wenn wir heute die Qualität des Jahrgangs als exzellent bezeichnen,
ist das ganz bestimmt keine Übertreibung. Die 2006er verbinden
gewissermaßen die Fülle der 2005er mit der Feinheit und Rasse
der 2004er - die Mineralität fand eine besonders schöne Ausprägung.
Die besten Weine:
Frühlingsplätzchen Riesling Beerenauslese -Goldkapsel- (Robert
Parker: 98 Punkte)
Halenberg Riesling Beerenauslese (Wine Spectator: 96 Punkte)
Halenberg Riesling „Großes Gewächs“ (Der Feinschmecker:
Deutscher Rieslingpreis)
2005
Nach dem trockenen, aber ansonsten ganz normalen Sommers 2005 hatten
wir Anfang August einen guten Entwicklungsstand der Reben. Ab Mitte
August setzte dann eine beispiellose trocken-warme, sonnige Periode
ein. Zu Zeiten als die Schweiz fast unterging, war es hier staubtrocken.
Wir warteten sehnlichst auf Regen. Erst am 10.Sept. fielen dann 25 Liter
pro Quadratmeter. Anschließend war es wieder trocken, bis Anfang
Oktober nochmals etwa 25 Litern Regen niedergingen. Danach optimales
Lesewetter.
Die ausgeprägte Sommer-Trockenheit bewirkte folgendes:
Die Zuckerproduktion in der Traube ging ab Mitte September nur noch
relativ langsam voran. Gleichzeitig setzte durch sonnige Wärme
und Trockenheit recht früh deutlich sichtbares Einschrumpeln/Konzentrieren
eines Teils der Trauben ein, was ab Anfang Oktober dann auch in eine
sehr schöne Edelfäule bei weiterhin trockenem Wetter überging.
Die wirkliche Aromareife stellten wir beim Riesling ab Mitte Oktober
fest und so haben wir ab diesem Zeitpunkt die Trauben auch zügig
eingebracht. Der Reifeverlauf ist durchaus mit dem des Jahrgangs 1976
vergleichbar.
Im Nachhinein betrachtet sind wir froh, dass die Zuckerbildung relativ
langsam vorrangig, weil dadurch übertrieben alkoholische Weine
verhindert wurden. Die natürliche Konzentration brachte ohnehin
hohe und höchste Mostgewichte, aber eben vornehmlich durch Wasserverdunstung
zu Lasten der Erntemenge. Die Säurewerte lagen im optimalen Bereich.
Die 2005er vereinen auf aller feinste Art Kraft und Eleganz. Sehr harmonisch
zeigt sich auch die Säure der Weine. Sie ist überall deutlich
spürbar, aber nie aufdringlich. Also beste Voraussetzungen für
einen wirklich großen Jahrgang. Im edelsüßen Bereich
haben wir bisher kein besseres Jahr erlebt!
2004
Ende August hatten wir einen ganz normalen Entwicklungsstand. Einen
qualitativ „großen“ Jahrgang hielten wir zu diesem
Zeitpunkt für kaum möglich. Drei Wochen anhaltender Sonnenschein
aus dem blauen Himmel heraus trieb dann im September die Entwicklung
aber enorm voran. Die erste Oktoberwoche brachte nochmals wunderschöne
Spätsommertage mit Temperaturen bis 27°C! Und schon hatten
wir wieder allerbeste Chancen, bei gesunden Trauben, die lediglich vereinzelt
Ansätze von Edelfäule zeigten.
Mit der Riesling-Lese haben wir bei herrlich trockenem Wetter am 20.
Oktober zögerlich begonnen. Das Wetter war so verlockend schön,
dass jeder Sonnenstrahl ausgenutzt werden sollte. Doch nichts hält
ewig. Ende Oktober hatten wir dann einige feucht-warme, neblige Tage,
so dass wir danach zügig die Lese zu Ende brachten. Die Mostgewichte
lagen außergewöhnlich hoch (ab 86°Oe aufwärts),
bei ganz normalen Säurewerten. Am Morgen des 21. Dezember haben
wir eine kleine Menge hoch konzentrierten Eiswein gekeltert. Ein wunderschönes
Weihnachtsgeschenk!
Die Reifeperiode war 2004 sehr lang, die Trauben ausgeprägt aromatisch.
Die Erntemenge lag in unserem Weingut im langjährigen Mittel.
2003
Erinnern wir uns an 2003, so denken wir gleich an den heißesten
Sommer, den Deutschland bis dahin erlebt hat. Schon die Rebblüte
setzte sehr früh ein. Es war die früheste seit 1993. Anfang
Juli war die Entwicklung der Reben drei Wochen vor dem langjährigen
Durchschnitt und Ende Juli fand man bei mediterranen Temperaturen bereits
die ersten reifenden Trauben. Eine Sensation in unseren Breiten!
Tag für Tag legte die Sonne aus azurblauem Himmel nach. Unglaublich,
wie gut die Reben Hitze und enorme Trockenheit verkraftet haben. Lediglich
in den extrem steilen, flachgründigen Hängen war die Wassernot
unübersehbar. Um die Vitalität der Reben zu erhalten, halfen
wir in einigen Parzellen über eilends beschaffte Tropfschläuche
mit Wasser nach, bis Ende August schließlich der lange ersehnte
Regen die Situation entschärfte. Anfang Oktober begann die Weinlese.
Wunderschöne, goldgelbe, süße Trauben wurden bei besten
Wetterbedingungen eingebracht. Da die Niederschläge Anfang September
auch ein wenig Edelfäule auslösten, aus der durch das trockene
Herbstwetter perfekte Rosinen wurden, war auch die Selektion von Beeren-
und Trockenbeerenauslesen möglich.
Die Mostgewichte stiegen 2003 noch höher als in 2001 und 2002,
die Säurewerte lagen deutlich niedriger. Letztendlich fielen die
Weine etwas kraftvoller als sonst üblich aus. Die Hitze des Jahrgangs
ist tatsächlich schmeckbar. Wenngleich es sich hier um den wohl
außergewöhnlichsten Jahrgang handelt, den wir je erlebt haben,
gehen wir auch hier von einem guten Alterungspotential aus. Der zumindest
ansatzweise vergleichbare Jahrgang 1937 beweist, dass dies möglich
ist.
Die besten Weine:
Halenberg Riesling Trockenbeerenauslese (Gault Millau: 96 Punkte)
Frühlingsplätzchen Riesling Auslese -Goldkapsel- (Gault Millau:
92 Punkte)
Halenberg Riesling „Großes Gewächs“ (Gault Millau:
90 Punkte)
2002
Dass trotz wechselhafter Herbst-Witterung 2002 erneut ein hochklassiger
Jahrgang gekeltert werden konnte, ist starkem Wind zu verdanken, der
die Trauben nach Regen immer wieder schnell trocken blies. Es hieß
also Nerven bewahren! Trockenwetter-Phasen wurden mit vereinten (Lese-)Kräften
konsequent genutzt. Wäre es Ende Oktober zwei Wochen niederschlagsfrei
geblieben, hätte 2002 völlig neue Maßstäbe gesetzt.
Bei einem Trauben-Potential, das mindestens dem des Vorjahres entsprach,
konnten wir aber wahrhaftig nicht meckern.
Letztendlich konnten auch die daraus entstandenen Weine die Fachpresse
überzeugen. Der Gault Millau zeichnete uns für den Jahrgang
2002 gar mit dem Titel "Kollektion des Jahres" aus! Gekrönt
wurde dieser von einem grandiosen Eiswein aus dem Halenberg.
2001
Einen wunderschönen Sommer erlebten wir 2001. Juli und August herrschte
sonniges Wetter vor. Es gab nur wenige Regentage, die aber den Bedarf
der Rebe voll decken konnten.
Im September fand die Pracht vorläufig ihr Ende - das feucht-kühle
Wetter machte unsere optimistischen Erwartungen zu Nichte. Der goldene
Oktober jedoch richtete es bei stabiler Hochdruck-Wetterlage wieder
und verwöhnte Rebe und Mensch gleichermaßen. Er ermöglichte
bei später Lese (Erst am 18. Oktober ging es los!) außergewöhnlich
hohe Traubenreife und eine wunderbare Aromatik. Erst am 5. November
wurde die Lese beendet - bei noch immer guten Säurewerten.
Das lange Warten hatte sich gelohnt: Vor allem die US-Presse überschlug
sich mit Lob. Der Wine Spectator vergab ganze sieben mal über 90
Punkte für unsere Rieslinge!
2000
Einem fulminanten Start in den Sommer, bereits an Ostern (!), folgte
eine explosionsartige Entwicklung in der Natur. Rekordverdächtig
früh war die Rebblüte beendet. Perfekter Start für unsere
Reben! Doch dann wurde der Sommer von launischem „April-Wetter“
geprägt. Der September war feucht und warm und führte teilweise
zu früher Fäulnis, die sich aber in unseren schnell abtrocknenden
Hängen doch noch in Grenzen hielt. Anfang Oktober hatten wir einen
sehr guten Reifestand und hofften auf trockenes Herbstwetter, was leider
nicht in dem Umfang eintraf, wie wir uns die wünschten. Vor allem
die herbstlichen Nebel verhinderten, dass sich die hoch reifen Trauben
durch Austrocknung konzentrieren konnten, weshalb der Versuch im Halenberg
eine Beerenauslese zu selektieren nicht erfolgreich war.
Die 2000er Weine zeigen, bedingt durch die lange Vegetationsperiode,
feine Frucht und feinrassige, harmonische Säure. Aufmerksame selektive
Handlese, die Aussonderung unbrauchbarer Trauben und schonende Traubenverarbeitung
waren jedoch so wichtig wie selten zuvor. Das Ergebnis gibt dem Bemühen
Recht. Ein fulminanter Eiswein krönt den Jahrgang.
Die besten Weine:
Frühlingsplätzchen Riesling Eiswein*** (Gault Millau: 98 Punkte,
bester edelsüßer Weißwein)
Frühlingsplätzchen Riesling Eiswein (Wine Spectator: 95 Punkte)
Halenberg Riesling Auslese -Goldkapsel- (Gault Millau: 92 Punkte)